HomeInterview: Transformation bei der Becker Stahl-Service GmbH

Interview: Transformation bei der Becker Stahl-Service GmbH

Becker Stahl-Service gehört zu den größten europäischen Service-Centern im Flachstahlbereich und ist Tochtergesellschaft der Klöckner & Co SE. Im Gespräch mit Oliver Stiefenhofer erklärt Transformation Officer Peter Heinen, was einen Transformationsprozess in einem Traditionsunternehmen wirklich trägt.

„Wo sehen Sie den Mehrwert der externen Unterstützung?“

Mit dem Transformationsprozess, den wir angestoßen haben, verfolgen wir das Ziel, Becker mit seinen Alleinstellungsmerkmalen und Stärken im Markt langfristig stark zu positionieren. Gleichzeitig möchten wir Becker und Klöckner in allen Bereichen, die Sinn ergeben, organisatorisch und inhaltlich viel stärker als bislang geschehen miteinander vernetzen. Auf diese Weise schaffen wir effizientere Strukturen und Prozesse und damit die Voraussetzungen für nachhaltigen Unternehmenserfolg im Interesse unserer Mitarbeitenden, Lieferanten und Kunden.

Es ist eine tolle Aufgabe, den Transformationsprozess bei Becker von innen heraus mitgestalten zu können. Hierzu bedarf es aber auch externer Expertise. Diese ist insbesondere im Bereich der Projektorganisation gewinnbringend.

„Was sind die wesentlichen Stellschrauben?“

Ganz entscheidend ist die große Bereitschaft der Becker Mitarbeitenden, neue Wege zu gehen und auf neue Art und Weise auch mit den Klöckner Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten. Für mich ist völlig klar: Gemeinsam können Becker und Klöckner vieles erreichen und Synergien heben in den jeweiligen Kompetenzfeldern.

Wichtig ist, die Mitarbeitenden bei diesem Veränderungsprozess abzuholen und mitzunehmen auf dem Weg. Hierfür wiederum sind eine zielgruppenorientierte interne Kommunikation und das authentische und transparente Handeln der verantwortlichen Personen im Transformationsprojekt entscheidende Voraussetzungen. Darüber hinaus ist es erforderlich, uns immer wieder von neuem dazu herauszufordern, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen.

„Wie gehen Sie mit dem kulturellen Erbe um?“

Mit unserem breit angelegten Transformationsprojekt wollen wir den Kern der Becker Unternehmenskultur mit der vorhandenen starken Marke, den gewachsenen Kundenbeziehungen und neuen Geschäftsmöglichkeiten noch besser mit der Klöckner Welt vernetzen. Letztlich geht es darum, die Becker Identität ein Stück weit neu zu denken, indem wir die guten bestehenden Grundlagen als Fundament nutzen, um Becker als Unternehmen von innen heraus zu erneuern.

Hierzu haben wir verschiedene inhaltliche Projekte identifiziert, die wir unter den beiden großen Schwerpunkten „DoBetter“ und „DoMore“ in unserem Transformationsprozess zusammengefasst haben. Auf Basis der breit gestreuten Projekte nutzen wir dabei alle Möglichkeiten, über die Projektleiter und Projekt-Teammitglieder den Wandel positiv zu gestalten. Das ist natürlich ein Stück weit auch ein Prozess ohne natürliches Ende, da Unternehmen sich ständig anpassen müssen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.

„Agiles und klassisches Projektmanagement in der richtigen Kombination — was war der Mehrwert durch AYB?“

AYB hat uns bei der inhaltlichen Umsetzung der vielfältigen Themen im Rahmen unseres Transformationsprozesses unterstützt, zum Beispiel ganz konkret durch projektspezifische Schulungsangebote und die Durchführung von Kulturworkshops für die Mitarbeitenden oder auch durch Unterstützung in der Projektmethodik. Ohne diese Unterstützung hätten wir sicherlich mehr Zeit benötigt, um ein agiles Projektmanagement zu etablieren.

Das nehmen wir daraus mit

  • Veränderung braucht einen Treiber auf Führungsebene — und ein klares, einheitliches Commitment.
  • Kommunikation ist kein Nebenschauplatz. Zielgruppenorientierte interne Kommunikation entscheidet darüber, ob Mitarbeitende den Weg mitgehen.
  • Externe Expertise wirkt dort am stärksten, wo Methodik fehlt — nicht dort, wo Fachwissen vorhanden ist.
  • Transformation hat kein Ende. Wer wettbewerbsfähig bleiben will, bleibt in Bewegung.